16/12/2011

australiens flora und fauna-ein Kreischendes, ein Totes, ein Genesendes, ein Huepfendes, ein Kraehendes, ein Stachliges

so, eine weitere woche mit diversen begegnungen und erfahrungen ist verstrichen. zu nennen waere vorallem das Kreischende, das Tote, das Genesende, das Huepfende, das Stachlige und das Kraehende.das Kreischende beschreibt den sonntag, den dritten advendt. am davorigen samstag stand fuer uns kein gemuetlicher, gewoehnlicher samstag auf dem plan. mit halber mannschaft ging es in den schafstall um die restlichen arbeiten, die nach dem schaeren der schafe anfallen, zu erledigen. das heisst resliche wolle sortieren, pressen und versandtfertig machen.ist dies alles erledigt, wendet man sich dem sonntag zu, mit dem mysterioesen Kreischenden. das Kreischende ist weitlos harmloser als gedacht. im prinzip handelt es sich dabei um einen ganz gewoehnliches, australisches, buntes geflattertier, auch vogel genannt. gemeinsam mit einem anderen freiwilligen aus bayern unternahmen wir einen ausflug in den uns schon bekannten jungeligen-grusel-wald. einmal ausgestiegen fuehlen wir uns gar nicht mehr so unwohl wie beim dortigen camping vor zwei wochen. ein kleiner spaziergang zu diversen wasserfaellen, immer geschuetzt durch ein dichtes farndach, bewuchert und verrankt mit undefinierbarem gruen.weiter geht die jungeltour zu einem picknickplatz mitten im wald. schritt fuer schritt geht es auf einem minipfad bergauf, bergab, durchs unterholz und wieder heraus. die sonne bekommt man nicht immer zu sehen und auf einmal ein schrei. markerschuetternd, als wuerde ein baby....geschlachtet werden. uns bleibt der atem stehen, der gruselwald scheint doch gruseliger zu sein. belustigt ueber unsere schockierten gesichter kann der bayer sein lachen nicht zurueckhalten. denn mit dem phaenominoesen Kreischenden, handelt es sich um einen ganz gewoehnlichen ( oder auch nicht so gewoehnlichen) jungelvogel. zur erholung auf diesen schrecken muss man wohl oder uebel zum strand, um bei sonnenschein und einer leichten meerbrise die muscheljagd zu eroeffnen. sobald alle taschen voll sind, gehts rechtzeitig nach hause. am darauffolgenden tag heisst es arbeiten. die schaersaison ist vorbei, daher fallen fuer uns hauptsaechlich arbeiten im garten an. beete vorbereiten, setzlinge pflanzen, unkraut jaehten und weitere gartentaetigkeiten. sobald die arbeit erledigt ist nuetzen wir die gelegenheit, schnappen uns die faehrraeder und gemeinsam mit hund und chefin gehts los zur einer fahrradtour durch einen bezaubernden wald. man muss sagen die fahrradwege wuerden bei uns nicht mehr fahrradweg sondern chaotischerholperweg genannt, dennoch haben wir riesigen spass daran die australische flora und fauna an uns vorbei ziehen zu lassen. waehrend diesem flora-fauna-film machen wir die begegnung mit dem Huepfenden. dem Huepfenden wallabi oder wollabi oder wollaby oder so aenlich. prinzipiell handelt es sich dabei um ein kaenguruh. ja ein echtes kaenguruh. so wie man bei uns rehe im wald kreuzt, kreuzt man hier die kanguruhs. wahrend es noch huepft erwartet uns zuhause schon das Tote. nicht das tote kaenguruh, sondern das tote schaf. waehrend der letzten woche hatten wir zwei kranke schafe eingesammelt, jene in einem schuppen, in dem sich auch unser ''minizimmer'' befindet, hausen. ein strenger geruch. es ist klar, eines unserer schuetzlinge hat einen anderen weg eingeschlagen.
die darauffolgenden tage arbeiten wir mit andrew, dem chef, in und um die schafpaddocks. zaune reparieren, auswechseln, aufbauen und und und. dabei wuenscht man sich die schoenen pferdezaeune herbei, derart ist es aufwendig und schweisstreibend, unter einer gluehenden sommersonne alle draehte und draehtchen fuer den zaun zu biegen. die schafszaeune sind naemlich nicht aus kunststoff wir beispielsweise pferdezaeune, sondern aus metall, das richtig gebogen wird. auch die isolatoren sind aus metall und werden um die pfosten gewickelt. ein wahrer kram. nichtsdestoletzt machen wir die bekanntschaft mit dem Stachligen. Australiens Paddockwucherer, Parasit und Schmarotzer in einem. eine distelaehnliche Pflanze, ca 30-50 cm hoch, die alle paddocks zuwuchert und dabei die paddocks unbrauchbar macht. da sie bald aussahmen wird, muss man ihr davor den gahr ausmachen. sonst endet es in einem wahren disaster. mit hacke uns spaten gehen wir jenem parasiten an den kragen. es bleiben nur noch gefuehlte 359800 dieser parasiten zu erledigen. aber wir haben ja noch ein paar tage.....um sich voellig auszupauern gehen wir abends mit chef und chefin zum dorftischtennis. in einem kleinen saal versuchen wir die dorfeinwohner zu schlagen.ein heisses match nach dem anderen, der abend wurde lange. eine erholsame nacht hatten wir allerdings nicht, da die schreie unseres babys uns aus unseren traeumen rissen, derart muss es schmerzen haben. sobald die sonne aufgegangen ist und die voegel ihren alltagssong aufgenommen haben, begeben wir uns in die naechste stadt, zu einer speziellen klinik. der fuss des babys, auch reifen genannt, muss amputiert werden, aufgrund einer nageligen verletzung. eine 24stuendige vorbereitung ist noetwendig, bevor unser baby wieder auf allen vieren gehen kann.ein kleiner spaziergang um auf andere gedanken als das jaemmerliche baby zu kommen, und dann heisst es 'let's start, it's showtime''. diesen abend ist die ganze sippe samt oma und freunden hier, wir kochen ein kleines menue.zartes huehnerfleisch in weisswein, mit buntem, kleinem gemuese, zum nachtisch den uns allbekannten adrien-schokoladen-bananenkuchen. ein wahrer erfolg. alle scheinen uebergluecklich zu sein und gemeinsam verbringen wir einen wunderschoenen abend inmitten der familie.12 stunden spaeter, nach weiterem Stachligen, wenden wir uns dem Genesenden. das andere, kranke schaf mit dem wir uns ein dach teilen, ist in schlechtem zustand, doch noch schlimmer der zustand seiner box. anscheinden steht das hier nicht so auf dem programm. mit werkzeug bewaffnet,nehmen wir die schimmlige, feuchte, beinahe wegkrabbelnde box unter unsere fittiche, was einen ganzen morgen beansprucht. das endprodukt ist ein wahrhaft genesendes, gluecklliches schaf, welches morgen zurueck zu seiner herde darf. ein beinahiger familienzuwuchs, derart ist uns unser schuetzling ans herz gewachsen. abends geht es wieder in den beruehmt-beruechtigten tischtennissaal zurueck. diesmal aber nicht zum tischtennis, sondern zu einer informationsveranstaltung ueber klimawandel und co. und heute? heute wie all die anderen tage scheuchen wir das Kraehende, auch hahn und henne genannt, aus dem stall, klauen die eier und machen uns ein gutes omlett.endlich das ende des Stachligen, zumindest fuer uns. nun heisst es packen packen packen, morgen geht es los richtung french island, wilson promitory parc und dann entlang der kueste richtung sydney. das heisst wir werden ca eine woche kein internet haben und ihr muesst euch leider gedulden, bis wir uns auf der naechsten farm eingenistet haben um euch neues vom Stachligen oder Kraehenden zu erzaehlen. bis dahin eine schoene weihnachtszeit und ein schoenes weihnachtsfest. geniest die gemuetliche weihnachtszeit und die paecklesschlacht. ich bin in gedanken bei euch. tausend koalahugs, eure silvana

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